Bürgerliches Gesetzbuch

Das Bürgerliche Gesetzbuch, kurz mit “BGB” abgekürzt, ist eine Kodifikation für das deutsche Privatrecht, deren ursprüngliche Fassung im Jahr 1896 entstand. Seit dem Inkrafttreten am 1. Januar 1900 und der Neubekanntmachung am 2. Januar 2002 unterlag das BGB zahlreichen Änderungen und Aktualisierungen. Es regelt Bestimmungen für das Privatrecht, ist aber nicht als eine vollständige Regulierung des Zivilrechts zu betrachten.

Diese Punkte regelt das Bürgerliche Gesetzbuch

Trotz der zahlreichen Änderungen und Aktualisierungen hat sich das BGB in seinen Grundzügen nicht verändert. Es setzt daher zusammen mit dem Grundgesetz das Bundesrecht für Privatpersonen fort. Das Bürgerliche Gesetzbuch setzt sich aus insgesamt fünf verschiedenen Bänden zusammen, welche jeweils fünf verschiedene Sparten des Privatrechts abhandeln. Diese unterteilen sich wie folgGesetzbucht:

Band I: allgemeiner Teil
Band II: Recht der Schuldverhältnisse
Band III: Sachenrecht, Eigentum und Besitz
Band IV: Familienrecht und Ehe
Band V: Erbrecht

Die Bänder sind jeweils in verschiedene Abschnitte und nachfolgende Paragraphen unterteilt. Seit dem Jahr 2002 wurde das BGB zusammen mit Überschriften formatiert, um eine bessere Übersichtlichkeit über die einzelnen Paragraphen zu erlangen.

Diese Aufgabe besitzt das BGB

Die fünf Bänder des Bürgerlichen Gesetzbuches sind ein wichtiger Bestandteil des deutschen Rechts. Als Teil des Privatrechts, also unter Privatpersonen, werden Vorgänge zwischen gleichgestellten Rechtsteilnehmern geregelt. In seinem Inhalt und Aufbau orientiert es sich an den vergangenen römischen Statuten, wobei diese natürlich konsequent aktualisiert und auf das deutsche Recht ausgerichtet sind. Heute enthält das BGB allgemeine Regelungen für den alltäglichen Rechtsverkehr und wird daher häufig in Anspruch genommen. Die ursprüngliche Ausrichtung in eine bürgerlich-rechtliche Kodifikation wurden mittlerweile verworfen, da im BGB auch Vorgänge zwischen Unternehmen und Verbrauchern (Privatpersonen) abgehandelt werden. Daher gilt das BGB als eine Rechtsvorgabe im privaten und im Verbraucher-Sektor.

Aus diesen Rechtsvorgaben ergeben sich diverse Vorteile und Nachteile für einzelne Privatpersonen, wobei die Nachteile natürlich in der Regel in der Hand des “Schuldigen” liegen, während die Vorzüge beim rechtmäßigen Kläger liegen. Durch das Bürgerliche Gesetzbuch werden sowohl wirtschaftliche als auch soziale und familiäre Umstände gleichermaßen abgedeckt, wie an der Eingliederung zu erkennen ist. Vor allem Band IV und Band V liegen mit Schwerpunkt auf Familie und Erbe im sozialen Bereich, geben zugleich aber Richtlinien für die Abhandlung wirtschaftlicher Verhältnisse vor. Insgesamt, wenn alle Bänder zusammengefasst werden, ergeben sich aktuell 2385 Paragraphen im BGB.

Westliche Leitlinien im BGB

Das BGB bringt mehrere Prinzipien der Geschichte zum Ausdruck, so beispielsweise die Privatautonomie oder die Bevorteilung der Ehefrau gegenüber dem Ehemann, sollte es zwischen beiden Ehepartnern zum Bruch kommen. Auch wichtige westliche Werte, wie beispielsweise die Testierfreiheit und die Vertragsfreiheit, werden durch das BGB in der heutige gültigen Form garantiert. Während viele wirtschaftliche Regularien des BGB einem freiheitlichen Ansatz verfolgen, zeigen sich in diesem auch traditionelle Werte – beispielsweise bei der Verteilung des Sorgerechts zwischen Mann und Frau. Insgesamt weist das Bürgerliche Gesetzbuch damit individuelle und liberale Züge für jede einzelne Person auf.

Das BGB war in der Zeit des gespaltenen Deutschlands zeitweise außer Kraft. Nach der NS-Zeit, bis hin zum wiedervereinten Deutschland, entstand daher eine Ost- und eine West-Version vom Bürgerlichen Gesetzbuch. Mittlerweile liegt natürlich eine einheitliche Version vor.

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