Erbschaftssteuer

Was ist die Erbschaftssteuer?

Stirbt ein geliebter Mensch, dann erben die Hinterbliebenen seinen gesamten weltlichen Besitz. Die Freude über das Erbe wird natürlich getrübt, wenn das Finanzamt einen Bescheid über dieerbschaftssteuer Erbschaftssteuer zustellt. Die gesetzlichen Grundlagen für diese Steuer finden sich in der Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung und im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz. Generell wird zwischen der unbeschränkten und der beschränkten Erbschaftsteuerpflicht unterschieden. Bei der unbeschränkten Erbschaftsteuerpflicht unterliegt das gesamte Vermögen im In- und im Ausland der Erbschaftsteuer. Bei der beschränkten Erbschaftsteuerpflicht unterliegt nur das Vermögen, welches sich im Inland befindet, der Steuer. Die Steuerschuld gegenüber dem Fiskus entsteht mit dem Tag der wirtschaftlichen Bereicherung. Bei einer Erbschaft ist dies der Todestag vom Erblasser. Wurden Aktien vererbt, die nach dem Tod des Erblassers gestiegen sind, dann gilt für die Erbschaftsteuer dennoch der jeweilige Kurs am Todestag. Wie viel die Erben bezahlen müssen, hängt zum einen von der Höhe des Erbes und zum anderen vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Erblasser und den Erben ab.

Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus ihr? Welche Verpflichtungen?

Die Freibeträge bei der Erbschaftsteuer und die jeweilige Steuerklasse werden durch das Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Erblasser und dem Erben festgelegt. Für den Ehepartner oder den Lebenspartner (bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft) gelten ein Steuerfreibetrag von 500.000 Euro und die Steuerklasse I. Kinder und Enkelkinder sowie Stief- und Adoptivkinder erhalten einen Freibetrag von 400.000 Euro und ebenfalls die Steuerklasse I. Enkelkinder erhalten die Steuerklasse I und einen Freibetrag von 200.000 Euro. Bei Eltern und Großeltern liegt der Freibetrag bei der Erbschaftsteuer nur noch bei 100.000 Euro in der Steuerklasse I. Bis 75.000 Euro beträgt die Erbschaftssteuer in der Steuerklasse I 7 Prozent und in der Steuerklasse II 15 Prozent. Liegt die Höhe des Erbes bei maximal 300.000 Euro, dann bezahlen Erben der Steuerklasse I 11 Prozent und Erben mit der Steuerklasse II 20 Prozent. Bis 600.000 Euro beträgt der Steuersatz in der Klasse I 15 Prozent und in der Klasse II 25 Prozent. Bis zu einem Erbe von maximal 6 Millionen Euro bleiben die Steuersätze in der Steuerklasse III stets bei 30 Prozent.

Alle Beträge, die nach Abzug der Freibeträge vom jeweiligen Vermögenswert übrig bleiben, unterliegen der Erbschaftsteuer. Die Steuersätze sind progressiv gestaffelt und hängen direkt von den Steuerklassen ab. Erben die Hinterbliebenen eine größere Summe und übersteigt diese die jeweils geltenden Freibeträge, dann müssen Sie Erbschaftsteuer an den Fiskus abführen. Die Erbschaftsteuer wird nicht nur auf das Geldvermögen, sondern auch auf das gesamte Sachvermögen erhoben. Zu diesem Zweck wird das Sachvermögen, wie zum Beispiel Immobilien, geschätzt und zum bereits bestehenden Geldvermögen hinzugerechnet. Die Erben haben die Verpflichtung, dass sie ihre Erbschaft innerhalb von maximal 3 Monaten ihrem zuständigen Finanzamt mitteilen. Zusätzlich kann das Finanzamt von den Erben eine Erbschaftsteuererklärung verlangen.

Die Erbschaftssteuer verringern

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Erbschaftssteuer zu verringern oder ganz zu umgehen. Zum Beispiel kann das Erbe zu Lebzeiten in Form von Schenkungen weitergegeben werden. Alle 10 Jahre ist dies dank des Schenkungsteuerfreibetrags möglich. Mit diesen Schenkungen lässt sich die Gesamtsumme des Erbes maßgeblich verringern und in der Regel sogar unter die Freibetragsgrenze bringen. Durch Adoption oder eine Heirat kann das Verwandtschaftsverhältnis der Erben zum Erblasser geändert werden. Dadurch kommen die Erben dann in den Genuss von höheren Freibeträgen.

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