Schenkung

SchenkungAls die “Schenkung” wird im Fachjargon eine materielle Zuwendung bezeichnet, die durch diesen Vorgang von einem Vermögen in das Vermögen einer anderen Person oder Institution übergeben wird. Ein wichtiger Punkt bei der Schenkung ist, wie auch bei einem klassischen Geschenk, dass diese ohne Gegenleistung oder finanzielle Zuwendungen erfolgt. Eine gutwillige Schenkung statt Erbe kann für Begünstigte Vorteile haben.

Direkte Unterschiede zwischen einem Erbe und einer Schenkung

Anders als häufig angenommen, resultieren aus einer Schenkung nicht zwingend Steuervorteile. Das Steuerrecht ist in Deutschland in diesem Fall so konstruiert, dass sich die Erbschaftssteuer und die Schenkungssteuer gegenseitig ergänzen. Damit soll verhindert werden, dass eine steuerliche Last bei der Vermögensübertragung völlig entfällt. Dennoch existiert, wie immer im Steuerrecht, ein entsprechender Gestaltungsspielraum, der auch zum Vorteil beider Parteien ausgelegt werden kann. Spezielle Steuerberater, Notare und Anwälte bieten Interessierten eine individuelle Beratung nach gültigem Recht an, um eine gemeinsam vorteilhafte Lösung zu finden. Eine pauschale Lösung ist aufgrund der Komplexität des Steuerrechtes nicht zu empfehlen. Insbesondere wenn es um mittlere oder hohe Vermögen geht, sollte daher ein fachkundiger Experte zu Rate gezogen werden.

Anders als ein Erbe, kann die Schenkung zudem vor dem Tod des Schenkers vollzogen wird. Geregelt wird das in diesem Fall nicht über den Nachlass, sondern über einen extra dafür angelegten Schenkungsvertrag. Das Schenkungsversprechen und die Übergabe des Vermögens müssen durch einen Notar beurkundet werden, so wie es § 518 Absatz 1 des BGB verlangt. Geschieht das nicht, wird das Schenkungsversprechen als unwirksam erklärt und kann folglich auch nicht eingeklagt werden. Die Ausnahme bildet die Handschenkung, wenn das “Geschenk” beziehungsweise der Vermögensgegenstand sofort an den Begünstigten übergeben wird. Dazu zählen aber weniger die Schenkungen, die ein Erbe ersetzen sollen, sondern eher Geschenke und Aufmerksamkeiten zum Geburtstag, Weihnachten oder anderen Festlichkeiten.

Weiterhin kann eine Schenkung in einem größeren Rahmen von Begünstigten vollzogen werden. Beim Erbe werden die gesetzlichen Erben (direkte Familienmitglieder) herangezogen. Eine Ausnahme sind spezielle Personen, die durch letztwillige Verfügungen zu Erben eingesetzt werden. Das erfordert eine bestimmte Formvorschrift beziehungsweise das Testament, damit dieser Vorgang seine Gültigkeit wahrt. Liegt das nicht vor, geht der Erblass direkt an die nächsten Familienmitglieder über. Strengere Regelungen gelten für eine Schenkung, wenn diese an den Ehegatten erfolgt. Die steuerliche Frist beginnt in diesem Fall nie vor Auflösung der Ehe.

Unter bestimmten Bedingungen kann eine Schenkung, da diese vorm Tod des Erblassers erfolgt, auch zurückgezogen werden. Das tritt beispielsweise bei grobem Undank, einer Insolvenz des Schenkers oder auch einer Insolvenz des Beschenkten ein, da das Geschenk im letzteren Fall dann in die Insolvenzmasse übergeht. Für die einzelnen Fälle existieren variierende Bedingungen und zeitliche Richtlinien, die eingehalten werden müssen. Erleidet der Schenker eine Insolvenz, so kann er die Schenkung rückwirkend anfechten, wenn sie bis zu vier Jahre zuvor erfolgte.

Schenkung rechtlich richtig vorbereiten

Damit eine Schenkung auch rechtlichen Bestand hat, muss sie entsprechend aufgesetzt werden. Dazu gilt es, wie bereits eingangs erwähnt, unbedingt einen Notar zu Rate zu ziehen, der die Vermögensübertragung entsprechend absichert und mit einer Urkunde beglaubigt. Anderenfalls können Schenkungen auch noch Jahre später vom Gesetzgeber angefochten oder zusätzlich besteuert werden.

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