Schulden

Schulden sind Verbindlichkeiten, die eine Privatperson oder ein Gewerbetreibender gegenüber anderen Personen oder Institutionen macht. Dabei kann es sich um Bankkredite, schuldenRatenzahlungsverträge, Haus- und Immobilienkäufe oder Verträge handeln, die mit dauerhaften über vorübergehenden finanziellen Verpflichtungen verbunden sind. Wie und in welcher Form die Schulden zurückgezahlt werden müssen, wird zwischen den beiden Vertragsparteien individuell geregelt. Kommt der Schulder seinen Verpflichtungen nach, ist alles in Ordung. Anderns verhält es sich, wenn er mit der Tilgung der Schulden ganz oder teilweise in den Rückstand gerät. Hier können geeignete Maßnahmen wie zum Beispiel der Erlass eines Mahn- oder Vollstreckungsbescheides oder eine Pfändung von Sachwerten oder Geldleistungen erfolgen. Grundsätzlich haftet der Schulder für alle Verbindlichkeiten, die er im Laufe seines Lebens eingeht. Etwas schwieriger wird es, wenn er stirbt, bevor er seine Schulden getilgt hat.

Schulden im Erbfall

Nicht immer ist eine Erbschaft mit einem Vermögenszuwachs verbunden. Viele Personen erben nichts oder nur sehr wenig. Im schlimmsten Falle sehen sie sich sogar mit einem Berg von Schulden konfrontiert, die ein naher Angehöriger hinterlassen hat.
Wurden sie nicht bereits zu Lebzeiten in die finanzielle Situation des Verstorbenen eingeweiht, ist die Überraschung umso größer und dürfte dann besonders unangenehm ausfallen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Erben für die Schulden gerade stehen müssen oder ob es hierfür Regelungen gibt, die sie aus der Verantwortung entlassen können. Der Gesetzgeber macht hier eindeutige Vorgaben. Grundsätzlich hat jede Person die Möglichkeit, das Erbe innerhalb von 6 Wochen, nachdem sie davon Kenntnis genommen hat, abzulehnen. Dabei kann das Erbe nur als Ganzes und nicht teilweise abgelehnt werden. Dies heißt ganz konkret, dass nicht nur auf die Schulden, sondern auch auf eventuell vorhandene Vermögenswerte verzichtet werden muss. Hier wäre also genau zu überlegen, was zu tun ist.

Die gesetzliche Erbfolge

Genauso wie bei Vermögenswerten gilt auch bei Schulden die gesetzliche Erbfolge. An erster Stelle steht der Ehepartner des Verstorbenen. Lehnt er das Erbe ab, treten die Kinder an seine Stelle. Lehnen auch sie ab, geht das Erbe an die Eltern und die Geschwister. Danach sind die Neffen und die Nichten an der Reihe. Alle diese Personen haben das Recht, das Erbe innerhalb von 6 Wochen anzunehmen oder abzulehnen. In diesem Zusammenhang ist es nicht möglich, nur die Vermögenswerte anzunehmen und die Schulden abzulehnen. Wird das Erbe auf mehrere Personen verteilt, haften sie gemeinsam für die Schulden.
Nun stellt sich die Frage, wie zu verfahren ist, wenn keine Erben vorhanden sind. Hier erbt der Staat die Schulden. Können die Gläubiger des Verstorbenen aus der Erbmesse nicht befriedigt werden, gehen sie leer aus.
Grundsätzlich können die Schulden eines Verstorbenen in Erblasserschulden und Erbfallschulden unterteilt werden. Erblasserschulden sind Schulden, die bereits vor dem Tod bestanden haben. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den Erbfallschulden um Schulden, die im Zusammenhang mit dem Todesfall entstanden sind.

Erbe annehmen oder ausschlagen

Wer das Erbe annimmt, muss für die Schulden des Verstorbenen mit seinem gesamten Vermögen gerade stehen. Allerdings kann eine Haftungsbeschränkung in Erwägung gezogen werden. Sie besagt, dass die Schulden nur aus der Erbmasse und nicht aus dem Vermögen der Hinterbliebenen beglichen werden dürfen. Außerdem kann eine Nachlassverwaltung beantragt werden. Die Folge davon ist eine Insolvenz, die ausschließlich auf den Nachlass gerichtet ist.
Jeder Erbe sollte sich darüber im Klaren sein, dass er keinesfalls verpflichtet ist, die Schulden seines verstorbenen Angehörigen zu bezahlen. Möchte er ganz sicher gehen, sollte er das Erbe ablehnen. Eine entsprechende Erklärung muss gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht gegeben werden.

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