Testament

Auch wenn der eigene Tod für die meisten Menschen ein Tabuthema ist, ist es in bestimmten Bereichen wichtig, den Tod als Teil des Lebens zu begreifen. Diese Einstellung ist deshalb wichtig, wenn es darum geht Maßnahmen zu treffen, die ihre Wirkung erst nach dem Ableben entfalten. Dazu gehört das Testament.

Für den eigenen Erbfall testamentvorsorgen – mit einem Testament

Ein Testament ist eine Verfügung von Todes wegen, die den Erbfall regelt. Das Testament ist in § 1937 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) normiert und wird auch als letztwillige Verfügung bezeichnet. Darin erklärt der Erblasser zu Lebzeiten seinen Willen bezüglich seines Vermögens, der nach seinem Tod Wirkung entfalten soll. Neben dem Testament gibt es den Erbvertrag, bei dem es sich ebenfalls um eine Verfügung von Todes wegen handelt und der vom Testament zu unterscheiden ist. Verstirbt der Erblasser, ohne dass er ein Testament oder eine andere Verfügung verfasst hat, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Ziel und Inhalt eines Testaments

Der Kernpunkt eines Testaments ist die Bestimmung eines oder mehrerer Erben. Mit einem Testament kann also die gesetzliche Erbfolge umgangen und eine anders lautende Verfügung über das gesamte Vermögen getroffen werden. Wird das Vermögen als Ganzes vererbt, müssen die Vermögenswerte nicht einzeln aufgeführt werden, wobei dieser Vorgang als Gesamtrechtsnachfolge bezeichnet wird. In einem Testament sollten deshalb der Erbe oder die Erben namentlich benannt werden, die wirklich Rechtsnachfolger des Erblassers werden sollen. Soll ein bestimmter Erbe einen genau bezeichneten Vermögenswert erhalten, der nicht das wesentliche Vermögen ausmacht, ist er nicht Erbe, sondern Vermächtnisnehmer. Insoweit ist das Erbe vom Vermächtnis abzugrenzen.

Das Einzeltestament und das gemeinschaftliche Testament

Die gebräuchlichste Form des Testaments ist das Einzeltestament, bei dem der Erblasser handschriftlich seinen letzten Willen verfügt. Es ist jederzeit widerrufbar. Eine weitere Form des Testaments ist das gemeinschaftliche Testament, das nur von Ehegatten gemeinschaftlich verfasst werden kann. Das gilt auch für mögliche Änderungen oder den Widerruf wechselbezüglicher Verfügungen, die ebenfalls nur gemeinschaftlich vorgenommen werden können. Stirbt ein Ehepartner, kann das gemeinschaftlich und zu Lebzeiten verfasste Testament nicht mehr geändert werden. Der überlebende Ehegatte kann allenfalls das Testament ausschlagen. Im Falle einer vor dem Ableben stattfindenden Scheidung wird das gemeinschaftliche Testament automatisch unwirksam, ohne dass es eines Widerrufs bedarf.

Diese Fehler beim Abfassen des Testaments vermeiden

Es gibt einige Fehler, die sich beim Abfassen eines Testaments einschleichen können mit der Folge, dass das Testament dadurch unwirksam werden kann und die gesetzliche Erbfolge greift.

(1) Ein Testament darf nicht mit dem Computer geschrieben und ausgedruckt werden. Stattdessen muss es handschriftlich niedergeschrieben und vom Erblasser eigenhändig unterschrieben werden. Wer dazu gesundheitlich oder körperlich in der Lage ist, sollte ein notarielles Testament aufsetzen lassen. Ist die Handschrift schlecht zu lesen, kann zum besseren Verständnis eine am PC gefertigte Abschrift beigelegt werden. Wichtig ist das Datum, um bei mehreren Testamenten das aktuellste Testament ausfindig zu machen.

(2) Eine weitere mögliche Fehlerquelle ist, dass der Erbe oder die Erben im Testament nicht eindeutig benannt werden. Gleiches gilt für das Bestimmen eines Ersatzerben. Verstirbt der Erbe vorzeitig und ist kein Ersatzerbe benannt, ist unklar, wer stattdessen als Erbe testamentarisch eingesetzt ist. Es ist deshalb sinnvoll, einen Experten zu Rate zu ziehen, der die Fallstricke auch in steuerlicher Hinsicht beim Abfassen eines Testaments kennt.

(3) Das beste Testament nützt nichts, wenn man es nach dem Tod des Erblassers nicht findet. Manche Testamente sind gut versteckt, andere wiederum verschwinden aus unerklärlichen Gründen. Deshalb ist die besondere amtliche Verwahrung die bessere Alternative gegenüber der Aufbewahrung zuhause. Möglich ist eine Hinterlegung des Testaments gegen Gebühr beim Amtsgericht des Wohnortes. Trotz der amtlichen Verwahrung ist es möglich, zu einem späteren Zeitpunkt ein neues Testament mit geändertem Inhalt abzufassen, das dann gültig ist.

.