Testamentsvollstreckung

Wie vollstrecke ich ein Testament?

testamentsvollstreckungIst sich ein Erblasser nicht zu 100 Prozent sicher, dass ein Testament bzw. sein letzter Wille nach seinem Tod genauso vollzogen wird wie es angeordnet hat, dann kann er einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Durch eine Testamentsvollstreckung kann der Erblasser sicherstellen, dass es bei der Nachlassverteilung zwischen den Erben zu keinerlei Streitigkeiten oder Unklarheiten kommt. Der Testamentsvollstrecker verwaltet und verteilt den Nachlass des Erblassers nach seinem Tod. Im Detail handelt es sich um einen unabhängigen Fachmann, wie zum Beispiel um einen Notar oder Anwalt. Dieser ist nicht an die Weisungen der Erben gebunden und handelt nur nach dem Testament. Viele Erben sind rechtsunerfahren und mit einer Nachlassabwicklung überfordert. In den meisten Fällen haben die Erben dennoch wenig Verständnis für den Einsatz eines Testamentsvollstreckers. Aus diesem Grund sollte der Erblasser auf jeden Fall seine Gründe für eine Testamentsvollstreckung schriftlich darlegen. Durch eine Begründung, wie zum Beispiel “zur Vermeidung eventuellen Streitigkeiten”, können die Erben besser mit der Situation umgehen.

Worauf achten, wie vorgehen?

Der Erblasser muss einen oder mehrere Testamentsvollstrecker (als Ersatz) direkt in seinem Testament benennen. Auch ein überlebender Ehegatte oder ein Miterbe kann als Testamentsvollstrecker benannt werden. Alternativ kann der Erblasser die Auswahl dem zuständigen Nachlassgericht überlassen. Der Testamentsvollstrecker muss allerdings stets voll geschäftsfähig sein. Im Testament hinterlegt der Erblasser auch alle nötigen Anordnungen für die Testamentsvollstreckung. Diesen Anordnungen muss der Vollstrecker streng nach dem Wortlaut Folge leisten.

Der Erblasser sollte somit detailliert alle wichtigen Angaben hinterlegen. Der Erblasser darf die Befugnisse des Vollstreckers zum Beispiel auf einen einzigen Erben oder einen Nachlassgegenstand, beschränken. Natürlich kann er die Befugnisse des Vollstreckers auch erweitern und zum Beispiel eine Dauervollstreckung von bis zu maximal 30 Jahren anordnen. Dem Vollstrecker steht für seine Dienste eine angemessene Vergütung zu. Der Erblasser kann die Höhe der Vergütung direkt in seinem Testament festlegen. Tut er das nicht, dann wird die Höhe der Vergütung nach Schwierigkeit, Dauer und Art der zu erledigen Aufgaben automatisch festgesetzt.

Wie ist die Testamentsvollstreckung rechtlich geregelt?

Sollten sich im Erbvertrag oder Testament keine näheren Details zu den Aufgaben des Testamentsvollstreckers befinden, dann greifen die allgemeingültigen gesetzlichen Regelungen. Diese sind in §§ 2203 ff. BGB festgelegt. Nach dem Tod des Erblassers nimmt der Vollstrecker den Nachlass als Erstes in seinen Besitz und muss ihn ordnungsgemäß verwalten. Zusätzlich muss er sicherstellen, dass es zwischen mehreren Erben zu einer ordnungsgemäßen Auseinandersetzung kommt. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist festgehalten, dass der Testamentsvollstrecker eine Erbschaftssteuererklärung abgeben und die Nachlassverbindlichkeiten begleichen muss. Des Weiteren muss er die verbleibenden Vermögensgegenstände ordnungsgemäß zwischen den Erben verteilen.

Vom deutschen Gesetz her besitzt der Testamentsvollstrecker sehr umfangreiche Befugnisse. Unter Umständen darf er sogar unentgeltliche Verfügungen vornehmen, wie zum Beispiel eine Geldzuwendung für eine langjährige Pflegekraft des verstorbenen. Geschäfte mit sich selbst auf der Testamentsvollstrecker gemäß § 181 BGB nicht vornehmen. Durch eine Testamentsvollstreckung kann jeder Erblasser erreichen, dass den Erben jemand Fachkundiges vor die Nase gesetzt wird. Dieser sorgt zuverlässig dafür, dass das zu vererben Vermögen auf jeden Fall beieinander bleibt und nicht unnötig verschwendet wird. Dank der zentralen Stellung des Testamentsvollstreckers hilft eine Testamentsvollstreckung auch dabei, um den Frieden zwischen den einzelnen Erben zu wahren.

.