Wie regle ich meinen Nachlass?

Wer rechtzeitig Vorsorge für seine Lieben treffen möchte, wenn er selbst nicht mehr handeln kann, tut gut daran, ein Testament zu verfassen. Nur so ist es – die notwendigen Formalitäten an ein reglerechtsfähiges Testament vorausgesetzt – sichergestellt, dass der Nachlass ganz im gewünschten Sinn geregelt ist. Wer sich rechtzeitig über Erbfolge, über Testamentsregelungen und andere Formen der Vermögensübertragung informiert, kann davon ausgehen, dass nach seinem Tod wenigstens in materieller Hinsicht keine Probleme auf Ehepartner, Familie und Verwandte zukommen. Eine Nachlassregelung kann durchaus ohne Notar getroffen werden. Dazu reicht ein eigenhändiges, privathandschriftliches Testament, versehen mit Ort und Datum sowie der Unterschrift am Ende des Schriftstückes aus. Wer sicher gehen möchte, lässt sich vom Notar zur Nachlassregelung beraten. Er ist es auch, der das Testament juristisch einwandfrei erstellt undgleichzeitig den letzten Willen verwahrt.

Gesetzliche Erbfolge – was ist das?

Wird keine gültige, schriftliche Nachlassregelung getroffen, so tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Nach dem deutschen Erbrecht sind dies der Reihenfolge nach Kinder und Kindeskinder, Eltern und ihre Abkömmlinge, Urgroßeltern und ihre Abkömmlinge. Für die Ehepartner gelten eigene Regelungen, je nach Güterstand in der Ehe und der Erbordnung anderer Verwandter.

So kompliziert, wie es für Laien klingt, kann dieses Gesetz auch sein. Hinterlässt man Ehepartner und zwei Kinder, so erbt der Partner die eine Hälfte, die Kinder zusammen die andere Hälfte, also je ein Viertel. Bereits dann, wenn ein einfaches Reihenhaus im Besitz war, wird diese Regelung schon eine ziemliche Härte darstellen. Möchte nämlich eines der Kinder das Haus verkaufen und ist kein Kapital vorhanden den entsprechenden Betrag auszuzahlen, kommt es zur Versteigerung. Eine Situation, die man den Hinterbliebenen besser erspart. Hier kann man im Testament eine klare Vorsorge treffen, ein Wohnrecht gegen Mietzahlung oder als Entschädigung für das Wohnrecht gehen Sparguthaben oder wertvolle Einrichtungsgegenstände an die Miterben über. Auch nichteheliche Kinder haben einen Erbersatzanspruch, daran sollte man rechtzeitig denken, damit hier Rechtsstreitigkeiten möglichst vermieden werden.

Weitere Formen der Vermögensübertragung

Sind keine Erben vorhanden und ist nichts Entsprechendes testamentarisch verfügt, geht das Erbe an den Staat über. Beim Vertrag zugunsten Dritter wird ein Erbvertrag dahingehend geschlossen, dass der Nachlass auf den oder die im Erbvertrag genannten Dritten übergeht. Über genaue Vorschriften, wie ein solcher Vertrag auszusehen hat, berät ebenfalls der Notar. Daneben gibt es als eine der gebräuchlichsten Varianten auch die Schenkung. Hier wird, oft steuerlicher Vorteile zuliebe, bereits eine Verfügung unter Lebenden getroffen. Alle Schenkungen, die nicht länger als zehn Jahre vor dem Tod gemacht wurden, werden in den Pflichtteil des Erbes aber eingerechnet. Hier ist eine notarielle Beglaubigung auf jeden Fall erforderlich.

Ganz wichtig ist es, Verfügungen für den Todesfall zu treffen, wenn es im Erbfall nicht nur um Privatvermögen, sondern auch um geschäftliche Belange geht. Oft wurde ein Betrieb über mehrere Generationen hin aufgebaut, wird keine sinnvolle Regelung für den Nachlass und die Weiterführung der Firma getroffen, ist es leider oft so, dass dies das Ende bedeutet. Nicht nur für die Firma, sondern auch für Angestellte. Auch solche Erwägungen sind in Betracht zu ziehen, wenn man rechtzeitig Verfügungen für den Todesfall treffen möchte.

.